Der Standort vor der Kapelle auf dem Graf-Tegernberg liegt auf einer sanften Anhöhe im Gemeindegebiet von Münsing, eingebettet in das oberbayerische Alpenvorland südlich des Starnberger Sees. Von hier aus öffnet sich der Blick über die leicht gewellte Moränenlandschaft, die den Charakter dieser Region bestimmt. Die erhöhte Lage macht den Ort zu einem gut erfassbaren Punkt im Übergang zwischen Seeufer, Hügelland und dem weiter südlich anschließenden Voralpenraum.
Die Kapelle auf dem Graf-Tegernberg entstand in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und geht auf ein Gelübde der Bevölkerung aus Degerndorf zurück. In den letzten Kriegsmonaten blieb der Ort trotz Bombenabwürfen in der Umgebung weitgehend verschont, auch der Absturz eines britischen Bombers in der Nähe führte zu keinen größeren Schäden im Dorf. Aus Dankbarkeit wurde der Bau einer Kapelle beschlossen, die überwiegend aus wiederverwendetem Material errichtet und im Jahr 1948 eingeweiht wurde. Seitdem ist sie ein stilles Zeichen des Erinnerns und der Hoffnung.
Die landschaftliche Form des Graf-Tegernbergs ist das Ergebnis der eiszeitlichen Entwicklung des Alpenvorlands. Gletscherbewegungen und Schmelzwasser haben hier über Jahrtausende hinweg Ablagerungen geformt, aus denen die heutigen Hügelzüge entstanden sind. Vom Platz vor der Kapelle lassen sich diese sanften Linien gut nachvollziehen, ebenso wie die natürliche Gliederung der Umgebung durch Senken, Höhenrücken und offene Flächen.
Im unmittelbaren Umfeld der Kapelle prägen freie Sichtachsen und eine ruhige Offenheit das Erscheinungsbild. Der Blick reicht über den Starnberger See hinweg zu benachbarten Erhebungen und weiter in Richtung der Voralpen. Dadurch wird der Standort zu einem Ort, an dem sich unterschiedliche Landschaftsräume begegnen und in Beziehung setzen. Der Platz vor der Kapelle verbindet so natürliche Gegebenheiten mit einer gewachsenen historischen Bedeutung.